Die Auswahl an Digitalkameras ist riesig und wächst von Tag zu Tag. Die Hersteller legen eine Modellpalette nach der anderen vor und entwickeln nicht mehr nur im Hinblick auf die für die Branche entscheidenden Messen neue Geräte. Wer auf der Suche nach einer neuen oder vielleicht der ersten Digitalkamera ist, hat die Qual der Wahl.
Informationen zu den einzelnen Modellen gibt es reichlich, im Internet beispielsweise über die Seiten der Hersteller, in Form von Prospekten beim Händler, Online Fotoservice und auch in Fachzeitschriften, die sich an Laien und Profis wenden. Das alles nützt allerdings wenig, wenn man sich nicht vorher Gedanken darüber macht, was von der Kamera erwartet wird, wie sie eingesetzt werden soll und was sie kosten darf. Blindlings in den Laden zu gehen oder in einem Onlineshop zu stöbern und sich ein Gerät zu kaufen, ist ein Weg, der mit viel Glück an das ersehnte Ziel führt. Er kann aber auch gründlich ins Auge gehen. Sinnvoller ist es, den Kauf zu planen.
Das fängt dabei an, sich zu überlegen, wozu benötige ich die Digitalkamera überhaupt? Zum Fotografieren! Mit dieser Antwort ist man allerdings keinen Schritt weiter. Denn fotografieren kann man mit allen Geräten, die auf dem Markt sind, ob sie 20 oder 2000 Euro kosten. Einige gehen gerne auf Partys und wollen Schnappschüsse machen. Andere fahren in den Urlaub und möchten Sehenswürdigkeiten im Bild festhalten. Dann gibt es noch jene, die beim Spazierengehen Landschaften, Bäume oder Gebäude fotografieren. Familienfeiern, Ausflüge, Bilder für Internetauktionen oder einfach für den Fall, dass man mal eine Kamera gebraucht, sind weitere Möglichkeiten. Sie alle stellen andere Ansprüche an die Digitalkamera. Auf diese Weise lässt sich die Auswahl schon eingrenzen.

aboutpixel.de - Party © Jäschke
Für Partybilder sollte die Kamera eine möglichst geringe Auslöseverzögerung haben. Schließlich sind es meist Fotos, die spontan und aus einer bestimmten Situation heraus entstehen. Eine gewisse Schnelligkeit ist diesen Fällen gefragt. Dauert es vom Druck auf den Auslöser bis zum Auslösen selbst zu lange, kann das eigentliche Motiv schon nicht mehr vorhanden sein. Dieser Faktor ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich. Auf Partys sollte zudem darauf geachtet werden, dass die Kamera nicht zu groß, sondern handlich ist. Wer möchte schon den ganzen Abend mit einem großen Klotz herumlaufen?
Im Urlaub sieht es ähnlich aus. Die Zeiten, in denen man sich die Kamera um den Hals hängte und voller Stolz präsentierte, ebben so langsam ab. Viele Geräte passen in die Hosentasche, andere bequem in die Handtasche. Im Wanderurlaub, wenn ein Rucksack mitgeführt wird, kann die Digitalkamera auch etwas größer sein, wenn sie nicht ständig griffbereit sein soll. Allerdings kommt es dann auch auf das Gewicht an. Auf längeren Strecken können sich einige hundert Gramm schon bemerkbar machen. In punkto Größe und Gewicht gilt gleiches für den Strand- oder den Kulturlaub. Auf eine besonders gute Reaktionszeit muss hier nicht unbedingt Wert gelegt werden. Wer sich viel am Wasser und am Strand aufhält, ist gut beraten, auch nach passenden Gehäusen (wasser- oder spritzwassergeschützt) oder eventuell sogar entsprechend ausgestatteten Kameras zu gucken.

aboutpixel.de - Strandkörbe © schachspieler
Draußen zu fotografieren hat den Vorteil, dass der Blitz höchstens zum Aufhellen benötigt wird. Drinnen sollte er über eine entsprechende Leistung verfügen. Dass extrem kleine Geräte keinen besonders großen Blitz haben können, versteht sich. Die Blitzreichweite, die bei der Mehrzahl der Kameras in den technischen Daten aufgeführt wird, gibt darüber Auskunft, wie stark der Blitz ist. Angegeben werden Meterzahlen. Ganz lapidar gesagt, lässt sich anhand dieser Zahl ablesen, wie weit das Blitzlicht es schaffen kann. Eine gewichtige Rolle dabei spielen dabei das Umgebungslicht und die Einstellungen der Kamera wie Blende und ISO-Zahl, also die Lichtempfindlichkeit. Um etwas für eine Auktion zu fotografieren oder Kinder und Haustiere beim spielen, reicht der eingebaute Blitz meistens aus. Ganze Säle oder Hallen wird man damit nicht ausleuchten können. Viele etwas größere Modelle verfügen inzwischen über einen Blitzschuh, auf den ein externes Blitzgerät geschoben werden kann. Damit erhöht sich die Leistung erheblich. Allerdings macht sich dies auch im Preis bemerkbar.
Eine Zahl, mit der für fast alle Digitalkameras geworben wird, ist die Angabe der Megapixel. In den Anfangszeiten der digitalen Fotografie waren es nicht mal eine Million Pixel. Heute sind es fünf, sechs bis zu über zehn Megapixel, mit denen gearbeitet wird. Angegeben wird damit die Auflösung. Nun sollte man sich nicht nur von einer möglichst hohen Zahl blenden lassen. Denn nur die Megapixel machen noch keine gute Kamera und auch keine guten Bilder. Der Vorteil eines Apparates mit hoher Auflösung ist, später auch Abzüge in größeren Formaten machen zu können. Sich mit einer höheren Pixelzahl ein wenig Spielraum nach oben zu lassen, ist also gar nicht so falsch.
Weitere wichtige Daten, die in der Werbung auftauchen, sind die des Zooms, der in Millimetern angegeben wird – beispielsweise 37 bis 110mm. Um diese Zahlen bildlich zu verdeutlichen, werden manchmal auch entsprechende Fotos gezeigt. Ein Beispiel wäre ein Haus. Im Weitwinkelbereich kann es ganz fotografiert werden. Im Telebereich hingegen kann, ohne den Standort zu wechseln, ein einzelnes Fenster oder nur die Tür aufgenommen werden – je nachdem, wie groß der Brennweitenbereich ist. Unterschieden werden muss generell zwischen dem digitalen und dem optischen Zoom, die sich oft kombiniert lassen. Beim digitalen Zoom berechnet die Kamera das Bild je nach Brennweite. Darunter leidet die Qualität des Fotos. Der optische Zoom arbeitet mit der Optik, also dem Objektiv. Das sieht man ganz leicht daran, dass sich das Objektiv vor- oder zurückbewegt.
Das Objektiv ist neben dem Chip das wichtigste Teil der Digitalkamera. Sind hier Linsen höchster Qualität verarbeitet worden, spiegelt sich das später auch in den Bildern wider. Also nicht nur auf den Zoombereich achten, sondern sich auch über die Lichtstärke des Objektivs informieren. Sie wird häufig zusammen mit dem Brennweitenbereich und steht als Zahl davor. Je niedriger dieser Wert ist, etwa 2,8, desto lichtstärker ist das Objektiv. Dieser Wert ändert sich mit der Brennweite und wird daher meist auch in der Form „von-bis“ angegeben. Wer sich für eine digitale Spiegelreflexkamera entscheidet, hat die Möglichkeit, mit Wechselobjektiven zu arbeiten, die sich nicht nur in der Brennweite, sondern auch der Lichtstärke unterscheiden – je nach Budget, das man ausgeben kann oder möchte.
Ein weiteres Kriterium sind die Einstellmöglichkeiten, welche die Kamera bietet. Einfache Modelle haben manchmal nur eine Automatik, die alles von selbst regelt: Blende, Zeit und Blitz. Für gelegentliches Fotografieren und jemanden, der sich nicht groß Gedanken machen möchte oder (foto-)technisch weniger interessiert ist, reicht das allemal. Andererseits können sich die Ansprüche ändern und nimmt das Interesse an der Fotografie im Laufe der Zeit vielleicht auch zu. In dem Fall wäre es schon sinnvoll, wenn neben der Programmautomatik weitere Einstellungen vorgenommen werden können. Dazu gehört, dass die Kamera anhand einer gewählten Blende die passende Zeit wählt oder umgekehrt aufgrund einer vorgegeben Zeit die entsprechen Blende berechnet. Möglich ist auch, alles manuell einzustellen. Daneben gibt es Programme für Nahaufnahmen etwa von Blumen oder solche für Landschaftsaufnahmen. Nicht uninteressant ist es auch, den Blitz selbst zuschalten zu können und eine Funktion gegen rote Augen, die mit einem Vorblitz arbeitet.

aboutpixel.de - Fotografieren © Janine Blank
Der große Vorteil von Digitalkameras ist es, sich die Bilder angucken zu können, ohne lange auf einen Fotoservice (z.b. Pixum – Pixum Gutschein) warten zu müssen. Ein Monitor oder Display sollte daher Pflicht sein. Es werden zwar auch Geräte angeboten, die nicht darüber verfügen. Allerdings lassen sich Fotos dann erst sehen, wenn die Kamera selbst oder das Speichermedium mit dem PC verbunden ist. Ein Nachteil, den man nicht in Kauf nehmen sollte. Zumal viele nicht mehr den Sucher der Kamera, sondern das Display nutzen, um zu kontrollieren, was sie fotografieren. Das ist vielfach einfacher und angesichts der Bauart vieler Digitalkameras auch bequemer. Deshalb bietet ein großes Display mehr Vorteile als ein (zu) kleines. Zudem muss es gut einsehbar sein, egal ob in dunklen Räumen oder wenn die Sonne scheint. Ideal ist es, wenn die Helligkeit des Monitors je nach Umgebung und Lichtverhältnissen eingestellt werden kann. Einzelne Modelle haben sogar ein Display, das ausgeklappt werden kann, was in manchen Situationen durchaus Vorteile hat.
Damit die Bilder, die man mit seiner Digitalkamera macht, später auch betrachtet werden können, müssen sie gespeichert werden. Einige Apparate haben lediglich einen eingebauten Speicher. Die Zahl der Bilder, die damit gemacht werden können, ist nur beschränkt. Wenn neben dem eingebauten Speicher die Möglichkeit besteht, eine Speicherkarte einzulegen, ist das schon besser. Gerade im Urlaub oder unterwegs wäre es doch sehr ärgerlich, etwas nicht fotografieren zu können, weil der Speicher voll ist. Die überwiegende Zahl der Kameras arbeitet daher nur mit wechselbaren Speicherkarten, die es in unterschiedlichen Formaten gibt. Sie sind inzwischen recht preiswert und bieten immer mehr Platz, da mit zunehmender Pixelzahl auch die Datenmenge je Bild steigt. Ein oder zwei zusätzliche Speicherkarten können also nicht schaden und nehmen auch nicht viel Platz weg.
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Die technischen Details, vom Objektiv über den Blitz bis hin zu Chip und Monitor, sind aber nur eine Seite der Medaille. Die Zahlen und Daten sind zwar nicht unerheblich und sagen einiges über die Qualität und Leistungsfähigkeit aus. Entscheidend ist aber auch, ob man mit der Digitalkamera umgehen kann, ob sie gut in der Hand liegt, Knöpfe, Tasten und Räder gut zu erreichen sind und das Menü verständlich und übersichtlich aufgebaut ist. Die technisch beste Kamera bringt herzlich wenig, wenn man sie nicht vernünftig halten kann oder die Bedienung zu kompliziert ist. Nicht jeder möchte erst hunderte Seiten einer nicht immer benutzerfreundlichen Anleitung studieren, um zu erfahren, wie ein Bild gelöscht oder der Zoom benutzt wird.
Von daher ist es ratsam, verschiedene Kameramodelle einfach mal in die Hand zu nehmen und zu probieren, ohne dabei den preislichen Rahmen, den man sich gesteckt, aus den Augen verlieren. Vielleicht fragt man bei Freunden und Bekannten, die schon eine Digitalkamera besitzen, wie zufrieden sie sind oder ob man selbst mal ein oder mehrere Fotos damit machen darf. Denn es bringt gar nichts, sich nur auf die Versprechen in Prospekten oder auf Internetseiten zu verlassen. Kaum jemand wird ein Auto kaufen, ohne eine Probefahrt zu machen, nur weil es ihm so gut gefällt. Man sollte sich das Gerät, soweit dies möglich ist, genau erklären lassen und sich Zeit mit der Entscheidung nehmen. Schließlich ist es eine Investition, an der man länger Spaß haben möchte.
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